Kinder- und Familienzentren der AWO Karlsruhe

Fremdeln, Klammern, Trennungsangst ///

Warum Fremdlen kleine Kinder? Warum fällt es ihnen in neune Situationen oft so schwer, sich von uns zu lösen? Und wie können wir ihnen und uns dabei helfen? Hier finden Sie das Handout des Durlacher Elterntreffs zu diesem Thema: 

https://kifaz.awo-karlsruhe.de/wp-content/uploads/2021/07/Klammern-und-Trennungsangst-.pdf

Warum gibt es Trennungsangst?

Der Ursprung der Trennungsangst ist die Liebe. Die Bindung zwischen Eltern und Kind wird im Lauf der ersten Lebensmonate immer stärker. Eltern und Kinder lernen sich gegenseitig immer besser kennen. Die Eltern lernen, wie sie dem Kind Geborgenheit schenken können. Die Kinder gewöhnen sich an die Art der Eltern, sie zu beruhigen und stellen sich ganz auf sie ein. Nun kann nicht mehr jede Person dem Kind Sicherheit vermitteln, so wie dies in den ersten Lebensmonaten noch leichter möglich war. Die Anwesenheit der Eltern wird eine Selbstverständlichkeit für das Kind, so wie die Luft zum Atmen. Sie signalisiert Sicherheit – alles ist gut. Es hat auch noch keine Vorstellung davon, dass es die Eltern noch gibt, wenn es sie nicht sehen kann. Zwischen dem 8. Und 12 Lebensmonat lernen Kinder, dass etwas, dass eben noch da ist, und jetzt nicht mehr zu sehen ist, nicht aufgehört hat zu existieren. Sind die Eltern jetzt abwesend, fühlt sich das Kind schnell verunsichert und es ruft die Eltern zurück, da es ihnen noch nicht folgen kann. Wenn es lernt, sich fortzubewegen, folgt es den Eltern bzw. sucht nach ihnen und sitzt z.B. weinend vor der Badezimmertür, während die Eltern auf der Toilette sind. Trennungsangst ist in den ersten sechs Lebensjahren völlig normal, vorhersagbar und erst einmal gutes Zeichen: Das Kind fühlt sich an seine Eltern gebunden, es liebt sie und es vermisst sie, wenn sie nicht da sind. Für das Kind sind die Eltern das Wichtigste auf der Welt. Sie spüren instinktiv, dass sie ohne Eltern nicht überleben könnten.

Allgemeine Auslöser für Bindungssignale:

Das Kind braucht gerade mehr Schutz, Nähe und Geborgenheit hat, z.B. weil es….

  • … Hunger hat. … Schmerzen hat.
  • … überfordert oder gestresst ist (fremde Geräusche oder Umgebung, fremde Menschen,…)
  • . … sich einsam fühlt.
  • … müde ist.
  • … krank ist.
  • … frustriert, wütend oder traurig ist.

 

Das Kind fühlt sich gestresst, weil die Eltern angespannt sind, z.B. weil sie…

  • … müde sind.
  • … gestresst sind (z.B. weil das Kind weint, sobald sie es ablegen).
  • … sich überfordert fühlen und an sich zweifeln.
  • … sich allein gelassen fühlt.
  • … hungrig sind.
  • … Schmerzen haben oder krank sind.

 

Das Gefühl der Eltern überträgt sich sehr leicht auf die Kinder. Wenn der sichere Hafen keine Sicherheit ausstrahlt, kann diese beim Kind auch nicht aufkommen. Die Kinder fordern dann die Sicherheit intensiver ein, und zeigen deutliche Anzeichen von Trennungsangst, was die Eltern in der Regel zusätzlich stresst… Kinder, die Stress haben, wollen sich nicht trennen. Eltern, deren Kinder sich nicht trennen können, haben Stress. Dieser stresst wiederum die Kinder…

Fremdeln

Fremdeln ist Trennungsangst, die sich nicht auf Orte oder Handlungen bezieht, sondern auf nicht-vertraute Personen. Das Kind kann die fremde Person noch nicht einschätzen, weiß nicht, wie sie sich verhalten wird und ob sie gefährlich ist. Es sucht Sicherheit bei den Eltern. Fremdeltn beginnt zwischen dem 5. und 9. Monat, wenn das Kind lernt, Menschen zu unterscheiden in Vertraute und Fremde. Die Intensität dieser Reaktionen ist extrem unterschiedlich, auch die Dauer kann sehr unterschiedlich ausfallen.

Bilderbuchtipps:

Mein allererstes Wimmelbuch: Ein Tag in der Kita S. Schumann,M. Weiling-Bäcker (Esslinger)

 Sachen suchen – Im Kindergarten S. Gernhäuser, B. Jelenkovich (Ravensburger)

Kindergarten Wimmelbuch: Kita Bilderbuch ab 3 Jahren C. Gärtler (Wimmelbuchverlag)

Meine ersten KITA- und Kindergarten-Geschichten S. Grimm, S. Szesny (Ravensburger)

Literaturquelle und Tipp: Elisabeth Pantley: Fremdeln, Klammern, Trennungsangst (0-8 Jahre) (Trias